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Allgemein, Gaslexikon

Brennende Gasflasche – was tun?

Ratgeber (41)

Ratgeber 16

Brennende Gasflaschen zählen zu den häufigsten Ursachen für Unfälle mit dem Gefahrengut Gas. Denn auch wenn es viele Vorschriften, Sicherheitshinweise und Regelungen gibt, die den Umgang möglichst sicher gestalten sollen – die Gefahr eines Gasflaschenbrands ist nie ganz auszuschließen.

Damit Sie wissen, was bei brennenden Gasflaschen zu tun ist, haben wir die wichtigsten Informationen zu diesem Ausnahmefall für Sie zusammengetragen.

Warum explodieren bzw. bersten Gasflaschen?

Im Normalfall stehen Gase in den Flaschen unter Druck, daher auch der Begriff Druckgasbehälter. Erhöht sich nun aus welchen Gründen auch immer die Temperatur in der Flasche, so ändert sich der Druck in gleichem Maße. Ist der sogenannte Berstdruck der Gasflasche erreicht, so kann es zum Bersten des Sicherheitsventils der Gasflasche kommen. Umgangssprachlich ist zwar von einer Explosion der Gasflasche die Rede, jedoch wird bei diesem Bersten das Gas in großer Menge aber kontrolliert abgeblasen.

Dabei ist anzumerken, dass der Druck nicht proportional ansteigt. Exemplarisch einige Werte für Flüssiggas wie Butan oder Propan (siehe hierzu auch unseren Blogartikel zur Propangas).

Flaschentemperatur 20°C 40°C 60°C
Flaschendruck 8 bar 13 bar 20 bar

Können Gasflaschen bei Hitze bersten?

Gemäß der vorherigen Information ist dann auch klar: Ja, Gasflaschen können bei hohen Temperaturen und dem damit erhöhten Druck in der Flasche bersten, wenn der sogenannte Berstdruck überschritten wird. Dieser ist etwa doppelt so hoch wie der Prüfdruck, der wiederum ungefähr 150% des Betriebsdrucks entspricht. Exemplarisch einige Daten:

  • Acetylenflaschen:
    60 bar Prüfdruck = ≥ 110–120 bar Berstdruck

  • Aluminiumflaschen:
    300 bar Prüfdruck = ≥ 675 bar Berstdruck (typisch ca. 700–900 bar)

  • Composite-Gasflaschen:
    45 bar Prüfdruck = ≥ 90–120 bar Berstdruck

  • Edelstahlflaschen:
    450 bar Prüfdruck = ≥ 675 bar Berstdruck (typisch ca. 700–1.000 bar)

  • Stahlflaschen:
    450 bar Prüfdruck = ≥ 675 bar Berstdruck (typisch ca. 900–1.200 bar)

Gefahren durch brennende Gasflaschen

Das Risiko von Druckgasbehältern geht zwar auch, aber nicht nur vom Bersten einer Gasflasche (mit herumfliegenden Teilen, Hitzewirkung und Druckwellen) aus.

Auch der Inhalt selbst, gegebenenfalls in Kombination mit dem Standort, kann eine ernsthafte Gefahr darstellen. Einige Schutzgase bzw. Gemische etwa wirken bei unzureichender Belüftung erstickend. Andere haben narkotisierende oder korrosive Wirkungen.

Hinweis von GASPROFI:
Egal ob gewerbliche Nutzung oder der Gasgrill zu Hause: Wo Gas zum Einsatz kommt, besteht auch die Gefahr einer brennenden Gasflasche. Insofern empfehlen wir Ihnen, Hinweise und Empfehlungen – auch vonseiten der Behörden, etwa Grillverbote oder ähnliches – ernst zu nehmen. Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Gaslexikon.

Flaschenventil: Wichtiges Bauteil für mehr Sicherheit bei Gasflaschen

Wie bereits erwähnt, gibt es eine Vielzahl an Vorschriften, durch die ein Brand bzw. eine Gefahr möglichst unterbunden werden soll. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Gasflaschenventil, das den Überdruck in der Flasche reguliert bzw. begrenzt, damit ein Bersten nicht möglich ist.

Deshalb sind auch im Brandfall, wenn möglich, die Flaschenventile zu schließen. Zusätzlich dazu sollten sie beim Transport und auch bei der Lagerung mit einer Flaschenkappe vor dem Abreißen gesichert sein.

Verhalten und Maßnahmen beim Gasflaschenbrand

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Sollte es zum Brandfall mit Druckgasbehältern kommen, sind folgende Schritte unverzüglich einzuleiten. Generell gilt dabei: Gasflaschen unbekannten Inhalts sind wie Acetylenflaschen (s. weiter unten) zu behandeln.

  • Personal und andere gefährdete Personen warnen.
  • Betroffenen Bereich evakuieren und weiträumig absperren.
  • Keine Feuerzeuge, Lichtschalter oder andere elektronischen Geräte nutzen.
  • Feuerwehr und Gaslieferanten verständigen.

Dabei sind so viele Informationen wie möglich über die Situationen weiterzugeben. Dies umfasst folgende Fragen:

  • Welche Art und wie viele Gasflaschen sind betroffen?
  • Gibt es weitere Gasflaschen, die in der Nähe gelagert sind?
  • Welche Personen haben Kenntnis über die gelagerten Druckgasbehälter?
Hinweis von GASPROFI:
Sie haben weitere Fragen zur Lagerung oder sicheren Verwendung einzelner Gase? Dann werfen Sie einen Blick auf unsere Ratgeber zu Gasgeräten und Gastechnik. Dort finden Sie Beiträge, in denen wir wichtige Fragen klären und weitere Sicherheitshinweise geben.

Hinweise zum Löschen brennender Gasflaschen und zu Sofortmaßnahmen

Die folgenden Maßnahmen dürfen nur durchgeführt werden, wenn eindeutig feststeht, dass es sich nicht um Acetylenflaschen handelt und die Bildung eines explosionsfähigen Gas-Luft-Gemisches ausgeschlossen ist.

  • Geeignete persönliche Schutzausrüstung (PSA) tragen, insbesondere Schutzhandschuhe sowie Gesichts- und ggf. Atemschutz, vor allem bei giftigen oder reizenden Gasen.

  • Wenn gefahrlos möglich, Ventile gefährdeter Gasflaschen schließen.

  • Weitere Gasflaschen aus dem Gefahrenbereich entfernen (nur sofern gefahrlos möglich) und auf Undichtigkeiten kontrollieren.

  • Erwärmte oder heiße Gasflaschen aus geschützter Position (z. B. hinter einer massiven Wand oder schweren Maschine) kontinuierlich mit Wasser kühlen, bis die Flaschenoberfläche dauerhaft nass bleibt. Verdampft das Wasser sofort, ist die Kühlung fortzusetzen.

Bestehen Zweifel an der Art der Gasflaschen (z. B. trotz Farbkennzeichnung) oder an der Gefährdungslage, ist unverzüglich Abstand zu halten und die Brandbekämpfung der Feuerwehr zu überlassen.

Sonderfall brennende Acetylenflaschen

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Wie bereits in unserem Beitrag zu Acetylen (C₂H₂) beschrieben, gelten bei brennenden Acetylenflaschen – unabhängig davon, ob der Brand durch Flammenrückschlag oder äußere Einwirkungen entstanden ist – besondere Sicherheitsregeln.
Grund hierfür ist, dass Acetylenflaschen neben dem Gas auch brandfördernde und gesundheitsschädliche Stoffe wie Aceton oder Dimethylformamid enthalten und eine Acetylenzersetzung auftreten kann.

Je nachdem, ob die Flasche kalt, warm oder bereits heiß ist, sind – neben der unverzüglichen Information der Feuerwehr – unterschiedliche Maßnahmen erforderlich:

  • Tritt eine saubere, ruhige Acetylenflamme aus, kann – wenn gefahrlos möglich – das Ventil geschlossen werden. Ist dies nicht möglich, darf die Flamme nicht gelöscht werden.

  • Bei rußigem oder stark qualmendem Gasaustritt ist Abstand zu halten, da dies auf den Beginn einer Acetylenzersetzung hindeuten kann.

  • Bei Flaschenbündeln: Zentralventil schließen, Flaschen aus ausreichender und geschützter Entfernung kontinuierlich kühlen und kontrolliert ausbrennen lassen. Anschließend mindestens 24 Stunden beobachten.


Verhalten und Maßnahmen bei Acetylenzersetzung

Hat eine Acetylenzersetzung begonnen – erkennbar z. B. an einer sich vom Ventil aus erwärmenden Flasche oder ruß- und rauchhaltigem Gasaustritt – sind folgende Maßnahmen zu beachten:

  • Ist die Flasche noch berührbar, Ventil schließen, Druckminderer entfernen, ins Freie bringen, sofort ablegen und kontinuierlich kühlen, sobald eine Erwärmung einsetzt.

  • Zündquellen entfernen, Türen und Fenster öffnen.

  • Kühlung stets aus gedeckter bzw. geschützter Stellung durchführen.

  • Kühlung mindestens 30 Minuten fortsetzen, anschließend prüfen, ob sich die Flasche erneut erwärmt. Nur wenn keine Erwärmung mehr feststellbar ist, darf sie vorsichtig transportiert werden.

  • Die Flasche anschließend für mindestens 24 Stunden in einem Wasserbad lagern und überwachen.

Ist die Flasche nicht mehr berührbar, ist sofort die Feuerwehr zu alarmieren. Türen und Fenster öffnen und die Umgebung weiträumig evakuieren. Eigenmaßnahmen sind in diesem Fall zu unterlassen.

Fazit

Wir empfehlen: Seien Sie für den Fall der Fälle gut vorbereitet. Die Sicherheitsvorkehrungen und –hinweise sind keine störenden Auflagen oder Beschränkungen, sondern sollen Sie, Mitarbeiter und ggf. außenstehende Personen vor den Gefahren eines Gasflaschenbrands schützen.

Dabei ist nicht nur der korrekte Umgang mit Gasgeräten wichtig, sondern auch die Schulung bzw. Unterweisung aller Beteiligten. Denn wenn sich alle über die Gefahren im Klaren sind, ist die Wahrscheinlichkeit von brennenden Gasflaschen bereits so gut wie möglich minimiert.

Auch für andere Notfälle wie Hochwasser oder Sturm stellen wir Informationen für Sie bereit – wir empfehlen Ihnen dazu unseren Beitrag mit Lösungen im Umgang mit Gas in Schadens- und Notfällen.

Besonders wir als Fachhändler für Gase legen auf den sicherheitstechnischen Aspekt großen Wert. Sollten Sie daher irgendwelche Fragen zu diesem Thema haben, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf! Entweder telefonisch (+49 9332 8389299) oder per Mail (info@gasprofi.de)

Weiterführende Informationen zum Verhalten bei Gasflaschenbränden

 

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