Der große GASPROFI – Bunsenbrenner Ratgeber
Den 31. März feiert man in den USA als Bunsen Burner Day. Passend zu diesem Ehrentag möchten wir Ihnen in unserem Ratgeber diese kompakten Gasbrenner näher vorstellen und Tipps geben, was Sie beim Kauf und Einsatz beachten sollten – und wie Sie das richtige Modell für Ihre Zwecke finden.
Bunsenbrenner sind für vielfältige Anwendungen ausgelegt und haben dementsprechend unterschiedliche Produkteigenschaften. Achten Sie beim Kauf daher besonders auf folgende Punkte:
Anwendungsgebiet:
Benötigen Sie den Bunsenbrenner fürs Kochen oder Grillen, sollte das Modell flexibel und einfach regulierbar sein. Bei längeren Arbeiten im Labor oder in der Werkstatt ist dagegen eine stabile Bauweise und längere Betriebsdauer wichtiger.
Temperatur & Regulierung:
Einige Modelle bieten eine stufenlose Flammenregulierung. Das ist ideal für präzise Arbeiten – etwa in der Küche oder bei feinen Erwärmungsvorgängen.
Inhaltsverzeichnis
Warum der Bunsenbrenner Bunsenbrenner heißt
Robert Wilhelm Bunsen (1811–1899) war ein deutscher Chemiker und Naturforscher. Er arbeitete unter anderem in Heidelberg und entwickelte gemeinsam mit dem Mechaniker Peter Desaga einen Gasbrenner weiter, der eine saubere, nicht rußende Flamme erzeugte.
Entgegen häufiger Annahmen wurde der klassische Bunsenbrenner nicht von Michael Faraday erfunden, sondern von Bunsen und Desaga maßgeblich optimiert und verbreitet.
Bedenken Sie: Gas ist ein Gefahrengut. Sollten Sie einmal Fragen haben oder sich unsicher im Umgang sein, dann schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie einfach an! Außerdem empfehlen wir Ihnen zu diesem Thema unser eBook sicherer Umgang mit Gas.
Wie funktioniert ein Bunsenbrenner?
Viele kennen den Bunsenbrenner aus dem Chemieunterricht. Er dient zur kontrollierten Erhitzung von Stoffen und erreicht sehr hohe Temperaturen.
Aufbau
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Standfuß
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Gaszufuhr
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Mischrohr (ca. 10–15 cm)
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Luftregulierung über verstellbare Öffnungen
Das Gas strömt durch das Mischrohr nach oben. Durch den entstehenden Unterdruck wird Luft angesaugt (Venturi-Prinzip). Gas und Luft mischen sich im Rohr und werden oben entzündet.
Verwendet wird meist:
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Propan
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Butan
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Erdgas
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oder entsprechende Gemische
Flammenarten
Abhängig von der Luftzufuhr entstehen zwei Flammentypen:
Leuchtende (gelbe/orange) Flamme
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Geringe Luftzufuhr
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Unvollständige Verbrennung
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Sichtbar, aber kühler
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Rußbildung möglich
→ Auch Diffusionsflamme genannt
Nicht-leuchtende (blaue) Flamme
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Hohe Luftzufuhr
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Vollständige Verbrennung
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Heißer (bis ca. 1.300–1.500 °C je nach Gasart)
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Rußfrei
→ Auch Vormisch- oder rauschende Flamme
Die Luftzufuhr lässt sich einfach über ein kleines Rädchen regulieren. Abhängig von der Menge der einströmenden Luft entstehen zwei unterschiedliche Flammenarten:
- Leuchtende Flamme (orange-gelb gefärbt): bei geringer Luftzufuhr, hat eine besonders hohe Temperatur, das Gas wird hier nicht vollständig verbrannt. Sie wird auch Diffusionsflamme genannt.
- Nicht-leuchtende Flamme oder rauschende Flamme (bläulich gefärbt): Gas wird vollständig verbrannt, es können Temperaturen von bis 1500°C erreicht werden. Auch als Vormischflamme bekannt.
Was brauche ich, um einen Bunsenbrenner an eine Propangasflasche anzuschließen?
Wenn Sie einen Bunsenbrenner an eine Propanflasche anschließen möchten, benötigen Sie:
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Passenden Gasdruckregler (Arbeitsdruck gemäß Herstellerangabe des Brenners, häufig 30 oder 50 mbar – nicht pauschal „für Innenräume“)
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Geeigneten Gasschlauch
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Zwei Schlauchklemmen
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Passende Verbindungsstücke (z. B. 1/4″ LH, je nach Modell)
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Gegebenenfalls eine Schlauchbruchsicherung
Nur mit geeigneten, zugelassenen Bauteilen ist ein sicherer Betrieb gewährleistet.
Mit dem Bunsenbrenner kochen und grillen
Neben Labor und Werkstatt findet der Bunsenbrenner heute auch Anwendung in der Küche:
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Flambieren (z. B. Crème brûlée)
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Überflämmen von Sous-Vide-Fleisch
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Karamellisieren
Beim Grillen wird er häufig eingesetzt, um vorgegartes Fleisch (z. B. 52–55 °C Sous-Vide) kurz scharf abzuflämmen.
Wichtig:
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5–15 cm Abstand zur Flamme einhalten
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Nicht zu lange auf einer Stelle bleiben
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Lebensmittel nicht direkt mit der Flammenspitze „verbrennen“
Der Bunsenbrenner ersetzt keinen Grill, sondern dient der gezielten Oberflächenbehandlung.
Produkttipp: GOK Bunsenbrenner 9mm mit Zündsicherung
Dieses Modell eignet sich für Labor- oder Werkstattanwendungen sowie kontinuierliche Arbeiten.
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Anschluss an 5 kg oder 11 kg Propanflaschen möglich
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Ca. 15 cm Höhe
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Standsockel Ø 7,7 cm
Modelle mit Zündsicherung bieten zusätzlichen Schutz, da die Gaszufuhr bei erlöschender Flamme automatisch unterbrochen wird.
Hinweis: Für professionelle Laborumgebungen können zusätzliche Sicherheitsanforderungen gelten. Entscheidend sind die jeweiligen Arbeitsschutzvorschriften.
Tipps für einen sicheren Umgang mit Bunsenbrennern
Das Arbeiten mit offenem Gas und Flamme birgt Risiken. Beachten Sie daher unbedingt:
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Langes Haar zusammenbinden
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Abstand zur Flamme halten
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Brenner niemals unbeaufsichtigt betreiben
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Nach Gebrauch Gaszufuhr vollständig schließen
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Kartuschen nicht kippen oder schütteln
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Nur auf stabiler, hitzefester Unterlage verwenden
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Schutzbrille tragen (empfohlen)
Lagerung
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Kartuschen-Brenner aufrecht lagern
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Nicht über 50 °C erhitzen
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Vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
Warngeräte
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Rauchmelder sind in Wohnräumen je nach Bundesland gesetzlich vorgeschrieben.
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Gaswarngeräte sind im Privatbereich meist nicht verpflichtend, können aber zusätzliche Sicherheit bieten.
Fazit
Bunsenbrenner sind längst nicht mehr nur im Chemieunterricht oder in Werkstätten zu Hause. Richtig eingesetzt, sind sie praktische Helfer – auch in Küche und am Grill.
Wichtig ist jedoch:
- Geeignetes Zubehör verwenden
- Herstellerangaben beachten
- Sicherheitsregeln konsequent einhalten
Dann steht einem sicheren und effektiven Einsatz nichts im Wege.
Weitere Informationen über den Bunsenbrenner und seinem Namensgeber
- Informationen zum Bunsenbrenner auf chemie.de
- Bedienungsanleitung eines Bunsenbrenners auf seilnacht.com
- Lebenslauf von Robert Bunsen auf deutsche-biographie.de