Anleitung: Gasgrill winterfest machen

Zwar haben echte Grillfans 365 Tage im Jahr Saison, aber irgendwann ist es einfach zu kalt – und die Grillsaison geht in die Winterpause. Damit Ihr Gasgrill gut durch die kalte Jahreszeit kommt und im Frühjahr wieder zuverlässig einsatzbereit ist, zeigen wir Ihnen in fünf einfachen Schritten, was zu tun ist – sowohl in Sachen Pflege als auch Sicherheit.
So kommt der Gasgrill gut durch den Winter
Auch wenn das Thema Wintergrillen immer populärer wird, nutzen die meisten Gasgrill-Besitzer ihr Gerät nur zwischen Frühjahr und Herbst. Die Folge: Grill wird abgedeckt und steht wochenlang ungenutzt draußen – häufig mit sichtbaren Spuren wie Rost oder Feuchtigkeitsschäden. Dagegen lässt sich mit etwas Vorsorge gut vorbeugen.
Tipp Nr. 1: Gasgrill gründlich reinigen
Nach der letzten Nutzung ist eine gründliche Reinigung das A und O:
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Entfernen Sie Essensreste und Fettschichten von Grillrost, Aromaschienen, Brennerabdeckungen und Fettauffangschale.
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Nutzen Sie passende Grillbürsten und ggf. heißes Wasser mit etwas Spülmittel – keine agressiven Chemikalien, um Beschichtungen nicht anzugreifen.
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Anschließend den Grill ein paar Minuten mit hoher Temperatur „ausbrennen“, damit Verkrustetes zu Asche verbrennt, und dann vollständig abtrocknen lassen.
Auch wenn die meisten Gasgrills wetterbeständig sind: Trockenheit verhindert Rostbildung. Sobald Wasser gefriert, kann es selbst an robusten Metallteilen Schäden verursachen. Abnehmbare Roste oder Gusseisen-Teile können über den Winter separat trocken gelagert werden – z. B. in der Garage oder im Keller.
Tipp Nr. 2: Wie lagere ich Gasflaschen im Winter?
Gasflaschen sind extreme Temperaturunterschiede gewöhnt. Propangas hat eine Temperatur von -42 Grad Celsius und im Sommer kommt es nicht selten vor, dass die Gasflasche auch direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Das alles ist für Druckgasbehälter gar kein Problem. Dennoch sollten Sie, wenn Sie den Grill nur zwischen Frühjahr und Herbst nutzen, die Flasche ebenfalls winterfest machen.
Schließen Sie dafür das Flaschenventil, schrauben Sie die schwarze Verschlussmutter auf und schützen Sie das Ventil mit der Ventilschutzkappe. Der Lagerort ist bei einer Gasflasche nicht so entscheidend – aber es ist besser, wenn diese an einem trockenen Ort gelagert wird. Wichtig ist auch, niemals möglich festgesetztes Eis von der Flasche abzuschlagen.
Lagern Sie Gasflaschen nicht im Keller. Da Gas schwerer ist als Luft, würde es im Kellerraum verbleiben und so ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellen. Wir empfehlen auch grundsätzlich, Gasmelder zu installieren – im Ernstfall können diese kleinen Geräte Leben retten.
Tipp Nr. 3: Abdeckhauben und/oder geschützten Standort nutzen
Nachdem der Grill nun blitzt und blinkt gilt es, ihn so gut wie möglich gegen nasskaltes Herbst- und Winterwetter zu schützen. Als Unterstand kann notfalls auch ein Fahrradunterstand, ein Carport oder ein Terrassenvordach dienen. Das hat den Vorteil, dass auch die Gasflaschen einfach am Grill deponiert werden können – nachteilig ist der eher unzureichende Witterungsschutz.
Hier schaffen Grill-Abdeckhauben Abhilfe. Viele Hersteller bieten Schutzhüllen an, die genau für diesen Zweck gedacht sind und den Abmessungen des Grills exakt entsprechen. Wetterfeste Hüllen sind teuer, rechnen sich aber auf lange Sicht, wenn kein trockener, geschützter Winterstandort zur Verfügung steht. Wer den Grill im Gartenhäuschen, im Keller, in einer Garage oder in einem anderen geschlossenen Raum überwintern lassen kann, braucht natürlich nicht unbedingt in eine teure Abdeckhaube zu investieren; hier reicht auch eine einfache Plane.
Mehr Informationen zum Thema Grillabdeckhauben finden Sie in der Grillzubehör Kaufberatung.
Tipp Nr. 4: Wohin mit Gasschläuchen und Druckminderer?
Gasschläuche können bei den unterschiedlichen Witterungsverhältnissen porös werden. Gerade an den Stellen, an denen die Anschlüsse am Schlauch verpresst sind, erkennt man dies sehr häufig. Bitte werfen Sie zu Beginn, aber auch am Ende einer jeden Grillsaison, einen Blick auf diese Stellen und ebenfalls auf das aufgedruckte bzw. gelaserte Datum der Herstellung.
Dieses wird zum Beispiel als 1Q26 abgebildet und spricht im dem Fall von einer Herstellung im 1. Quartal 2026. Es wird empfohlen, sie spätestens nach acht Jahren auszutauschen, um eine Dichtigkeit zu gewährleisten. Weitere Informationen und Antworten auf häufige Fragen finden Sie in unserem Ratgeber für Gasschläuche.
Druckminderer haben ebenfalls ein Herstellungsdatum aufgedruckt. In dem Fall wird aber nicht das Quartal, sondern der Monat und das Jahr genannt – 01.26 steht also für Januar 2026. Auch hier gilt die Regel, dass Druckminderer alle acht Jahre ausgetauscht werden sollten. Da Gasregler im Inneren mit einer Gummimembrane ausgestattet sind, sind diese ebenso wie Gasschläuche witterungsanfällig. Ein trockener Lagerort bei Zimmertemperatur ist daher zu empfehlen.
Tipp Nr. 5: Gasgrill vor Fremdeinwirkung schützen
Im Winter können mechanische Risiken auftreten, z. B. durch herabfallende Eiszapfen, Schnee oder Dachlawinen. Achten Sie darauf, dass Ihr Grill nicht direkt unter Dachkanten oder im Gefahrenbereich von Schnee-/Eisrutschungen steht.
Bonus-Hinweis: Nutzung auch im Winter
Wenn Sie den Gasgrill trotz Winter nicht einlagern möchten, beachten Sie Folgendes:
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Windgeschützte Position erleichtert den Temperaturaufbau; an offenen, ungeschützten Orten dauert das Vorheizen länger.
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Kalte Luft und Wind beeinflussen die Hitze im Grill, daher eventuell längere Garzeiten einplanen.
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Grillabdeckungen unbedingt nach jedem Gebrauch wieder anbringen, um Rostbildung zu verhindern.
Fazit
Ein Gasgrill lässt sich mit relativ wenig Aufwand sicher und schonend für den Winter vorbereiten. Eine gründliche Reinigung, trockene Lagerung, Schutz vor Witterung und eine sichere Behandlung von Gasflaschen und Anschlussteilen reichen in der Regel aus, damit Ihr Grill im Frühjahr wieder zuverlässig einsatzbereit ist.
Und wenn Sie noch unsicher sind: Bei Fragen zu gasführenden Teilen Ihres Grills oder Sicherheitsaspekten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung – Gas ist ein Gefahrgut, daher gilt immer: Sicherheit geht vor!
