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Allgemein, Grilltechniken

Indirektes Grillen

Indirektes Grillen - Grilltechnik - GasProfi24-Blog

Indirektes Grillen bietet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten: Probieren Sie doch mal Eis oder Muscheln vom Grill! Oder bereiten Sie sich ein saftiges Rinderfilet mit dieser Grilltechnik zu. GASPROFI erklärt Ihnen, wie indirektes Grillen funktioniert, was Vor- und Nachteile sind und was Sie dazu brauchen.

Was ist indirektes Grillen?

Beim indirekten Grillen befindet sich das Fleisch nicht unmittelbar über der Hitzequelle, sondern seitlich davon. Für diese Grilltechnik brauchen Sie einen Grill mit Deckel, in dem Sie einen Bereich mit hoher und einen mit niedriger Temperatur erzeugen. Durch das geschlossene System entsteht ein Backofeneffekt: In der Praxis bewegen sich die Temperaturen – je nach Grillgut – meist zwischen etwa 100 und 200 Grad Celsius, bei bestimmten Anwendungen auch darüber oder darunter. Die Hitze wirkt nicht so intensiv wie beim direkten Grillen, trifft aber von allen Seiten gleichmäßig auf das Grillgut. Bei dieser schonenden Garmethode erhöht sich die Garzeit, das Grillgut muss jedoch nur selten gewendet werden.

Andreas Rummel in seinem Buch „Die hohe Schule des Grillens“:
„Das indirekte Grillen ist für mich die clevere Art des Grillens, alles andere betrachte ich als Brutzeln. Beim indirekten Grillen wird das Grillgut neben der Hitzequelle platziert. Der Grill sollte einen Deckel oder eine Haube haben, denn nur so entsteht der gewünschte Backofeneffekt.“

Asymmetrisches Grillen

Indirektes Grillen wird auch als asymmetrisches Grillen bezeichnet, weil die Hitze sich ungleich verteilt. Diese Grilltechnik können Sie gut mit dem direkten Grillen

verbinden. Grillen Sie das Fleisch im Bereich mit hoher Temperatur zunächst direkt an und garen Sie es im anderen Bereich mit der indirekten Grilltechnik fertig. So kombinieren Sie Röstaromen mit einer gleichmäßigen Garung.

Sie interessieren sich für weitere Zubereitungsmethoden am Grill? Dann schauen Sie sich unsere Übersichtsseite zu den Grilltechniken an!

Vorteile des indirekten Grillens

Schonende Zubereitung:
Das Grillgut wird nicht der direkten Hitze ausgesetzt. Hierdurch verringert sich das Risiko des Anbrennens oder einer zu starken Krustenbildung.

Seltenes Wenden des Grillguts:
Sie können entspannter grillen, da das Grillgut bei niedrigerer Hitze weniger häufig kontrolliert und gewendet werden muss.

Größere Lebensmittel-Vielfalt:
Die Grilltechnik eignet sich für zahlreiche Speisen, die beim direkten Grillen schwer umzusetzen wären. Durch den Backofen-Effekt lassen sich auch empfindliche oder backähnliche Gerichte zubereiten.

Welche Nachteile hat das indirekte Grillen?

Längere Garzeit:
Die schonende Zubereitung des Grillguts erfordert mehr Zeit.

Nicht für jeden Grill geeignet:
Für die indirekte Grilltechnik benötigen Sie einen Grill mit Deckel. Außerdem muss es möglich sein, zwei unterschiedliche Temperaturzonen zu erzeugen.

Passende Grilltypen für die indirekte Grilltechnik

Eine Grillart wie der Kugelgrill eignet sich wegen des geschlossenen Garraums besonders gut für das indirekte Grillen. Die Lüftungsschlitze unterstützen die Luftzirkulation.

Wenn Sie mit einem Holzkohlegrill grillen, verteilen Sie die heiße Kohle vor dem Auflegen des Grillguts neu: Die Grillkohle darf nicht gleichmäßig unterhalb des gesamten Grillrostes liegen. Ein Teil wird an die Seite geschoben, um zwei Temperaturzonen zu erzeugen.

Beim Gasgrill ist weniger Vorbereitung nötig. Hier schalten Sie gezielt einen oder mehrere Brenner ein, während andere ausgeschaltet bleiben, um indirekte Hitze zu erzeugen.

Tipps für das indirekte Grillen

Beim indirekten Garen erhalten Sie mit diesen Tipps ein besonders gutes Ergebnis:

Für austretenden Fleischsaft und Fett stellen Sie eine Auffangschale unter das Grillgut. Die gesammelte Flüssigkeit kann als Basis für eine Sauce dienen.

Alternativ können Sie in die Schale auch Wasser geben. Das erhöht die Luftfeuchtigkeit im Garraum und kann dazu beitragen, dass das Grillgut saftiger bleibt. Gleichzeitig wird abtropfendes Fett aufgefangen, wodurch das Risiko von Stichflammen reduziert wird.

Heizen Sie den Grill vor und öffnen Sie den Deckel beim Garen möglichst selten, damit die Temperatur stabil bleibt.

Indirektes Grillen – Geeignetes Grillgut

Am besten eignet sich das indirekte Grillen für größere und dickere Fleischstücke wie zum Beispiel:

Schweinebraten
Rinderbraten
Spareribs
ganzes Hähnchen
Lammkeulen
Hähnchenkeulen
Hähnchenflügel
Spanferkel

Je nach Größe, Dicke und Temperatur beträgt die Garzeit häufig etwa 45 bis 120 Minuten. Bei größeren Stücken wie einer Lammkeule oder einem Spanferkel kann die Zubereitung entsprechend länger dauern. Maßgeblich für das Gelingen ist nicht allein die Zeit, sondern die erreichte Kerntemperatur – ein geeignetes Fleischthermometer ist daher empfehlenswert.

Mit der indirekten Grilltechnik lassen sich auch ausgefallenere Gerichte wie gegrilltes Eis, Käsekuchen, Muscheln, Gemüse, Rinderfilet oder Bruschetta zubereiten.

Sicherheitshinweise beim indirekten Grillen

Beim Grillen mit Kohle achten Sie darauf, dass keine offenen Flammen mehr lodern und sich eine gleichmäßige Glut gebildet hat, bevor Sie das Fleisch auflegen.

Öffnen Sie den Deckel vorsichtig und möglichst seitlich versetzt, da im Inneren hohe Temperaturen herrschen und heißer Dampf entweichen kann.

Auch beim indirekten Grillen sollte der Grill nicht unbeaufsichtigt betrieben werden.

GASPROFI:
Indirektes Grillen ist immer dann ein Thema, wenn man sensibles Grillgut grillt oder sogenannte „Long Jobs“ macht, z. B. Spareribs oder Pulled Pork auf dem Grill zubereiten möchte. Diese liegen oft mehrere Stunden auf dem Grill und benötigen eine gleichmäßige, moderate Hitze. Auch wenn die Temperaturen dabei niedriger sind als beim direkten Grillen, gilt: Den Grill während des Betriebs nicht unbeaufsichtigt lassen.

Fazit indirekte Grilltechnik: Nehmen Sie sich Zeit

Grillexperten ziehen die Technik des indirekten Grillens nicht ohne Grund dem direkten Grillen vor. Sie haben mehr Einfluss auf die gleichmäßige Zubereitung des Grillguts, und der Auswahl sind kaum Grenzen gesetzt. Wer zusätzlich eine kräftige Kruste wünscht, kombiniert die indirekte mit der direkten Grilltechnik und brät das Grillgut zunächst kurz scharf an.

 

 

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