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Allgemein, Gaslexikon

Propangas – Fragen und Antworten zum Propan und Propangasflaschen

Als Ergänzung zu unserem Gaslötbrenner-Ratgeber möchten wir mit dem heutigen Artikel eine Reihe von häufig gestellten Fragen zum Thema Propangas beantworten.

Propangas ist in der Welt der Gase und Gasprodukte ein echter Allrounder und wird z. B. als Brenn- und Heizgas in der Küche, beim Grillen sowie in den Bereichen Brennen, Löten und Schweißen eingesetzt. Da viele dieser Fragen immer wieder gestellt werden, haben wir sie in diesem Beitrag gesammelt und vom GASPROFI-Team beantworten lassen.

Propangas als Energiequelle

Propangas wird als Energiequelle in Form von Brenn- und Heizgas eingesetzt – zum Beispiel als Autogas (LPG) bei PKWs, beim Kochen mit Gaskochfeldern, für Gasgrills oder im Handwerk für Lötlampen.
In diesem Abschnitt gehen wir auf Fragen zu den chemischen Grundlagen und den spezifischen Eigenschaften von Propangas ein. Wer im Chemieunterricht gut aufgepasst hat, kann diese Zeilen natürlich überspringen. 😉

Was ist der Unterschied zwischen Erdgas, Propangas und Butangas?

Als Erdgas werden brennbare gasförmige Kohlenwasserstoffverbindungen bezeichnet, die aus unterirdischen Lagerstätten stammen. In Teilen Deutschlands findet derzeit die sogenannte Marktraum- bzw. Erdgasumstellung von L-Gas auf H-Gas statt.

Flüssiggase wie Butan (C₄H₁₀) und Propan (C₃H₈) fallen als Nebenprodukte bei der Erdöl- und Erdgasaufbereitung sowie in Kokereien an. Sie werden unter Druck verflüssigt und in Gasflaschen oder Tanks gelagert.

Der Unterschied zwischen Propan- und Butangas ergibt sich aus ihren physikalischen Eigenschaften:
Propan verflüssigt sich erst bei etwa −42 °C, während Butan bereits bei 0 °C vom gasförmigen in den flüssigen Zustand übergeht. Daher ist Propan auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig nutzbar, Butan hingegen vor allem bei wärmeren Umgebungsbedingungen.

Was ist schwerer, Luft oder Propangas?

Propangas ist im gasförmigen Zustand schwerer als Luft. Ausströmendes Gas sammelt sich daher bodennah an und kann sich beispielsweise in Kellern, Schächten oder Kanälen ansammeln.
In hohen Konzentrationen wirkt Propangas erstickend und kann durch Sauerstoffverdrängung lebensgefährlich sein.

Was entsteht bei der Verbrennung von Propangas?

Bei der vollständigen Verbrennung von Propangas entstehen Kohlenstoffdioxid (CO₂) und Wasser (H₂O).

Richtiger Umgang mit einer Propangasflasche

Nur durch den richtigen Umgang mit Propangasflaschen ist eine sichere Verwendung gewährleistet. Beim Einsatz von Propan sind verschiedene Vorschriften zu beachten. In diesem Abschnitt erhalten Sie Tipps von unseren GasProfis, z. B. zum Transport von Propangasflaschen. Weitere nützliche Hinweise finden Sie auch in unserem Gaslexikon.

Wie transportiere ich Propangasflaschen richtig?

Propangasflaschen dürfen im privaten PKW nur kurzzeitig transportiert werden. Eine ausreichende Ladungssicherung sowie eine gute Belüftung müssen gewährleistet sein.

Privatpersonen dürfen Flüssiggasflaschen bis zu einer Gesamtmenge von 333 kg Nettomasse transportieren. Sowohl volle als auch leere Flaschen müssen dabei mit geschlossenem Ventil und aufgesetztem Ventilschutz befördert werden.

GASPROFI-Tipp:
Flüssiggasflaschen müssen gegen Verrutschen, Umkippen oder Rollen gesichert sein. Eine praktikable Lösung ist der Fußraum hinter dem Beifahrersitz. Platzieren Sie die Gasflasche dort und sichern Sie sie durch vorsichtiges Zurückschieben des Sitzes.

Sorgen Sie während der Fahrt für Belüftung, z. B. durch ein leicht geöffnetes Fenster oder eingeschaltetes Lüftungsgebläse. Beim Be- und Entladen ist der Motor abzustellen.

Wie gefährlich ist Propangas?

Propangas gehört zur Gruppe der brennbaren Flüssiggase und kann mit Luft explosionsfähige Gemische bilden. Diese sind bereits bei einem Gasanteil von etwa 2–10 Vol.-% zündfähig und können durch sehr geringe Zündenergie (z. B. Funken) entzündet werden.

In Gasflaschen liegt Propan unter Druck verflüssigt vor. Der Flaschendruck beträgt bei 20 °C etwa 7–8 bar und ist stark temperaturabhängig. Bei steigender Temperatur erhöht sich auch der Druck in der Flasche deutlich.

Flaschentemperatur 20°C 40°C 60°C
Flaschendruck 8 bar 13 bar 20 bar

Schützen Sie Propangasflaschen daher stets vor direkter und indirekter Wärmeeinwirkung.

Alle Propangasflaschen müssen spätestens alle 10 Jahre einer sogenannten Druckprüfung unterzogen werden. Dabei wird die Flasche mit Wasser gefüllt und unter erhöhten Druck gesetzt, um Materialfehler auszuschließen. Diese Prüfung dient der Sicherheit und wird von zugelassenen Fachbetrieben durchgeführt.

Wieviel Gefahrgutpunkte hat Propangas?

Propangas ist ein Gefahrgut der Klasse 2 (brennbare Gase) gemäß ADR. Die Gefahrgutpunkte berechnen sich anhand der Nettomasse:

  • 1 kg Propangas = 3 Gefahrgutpunkte
  • Eine 33-kg-Flasche = 99 Punkte

Die maximale Freigrenze für den Transport ohne zusätzliche Gefahrgutausrüstung liegt bei 999 Punkten, was einer Nettomasse von 333 kg Propangas entspricht.

Kann man Propangas selber umfüllen?

Nein. Das Umfüllen von Propangas darf ausschließlich durch qualifiziertes Fachpersonal in dafür zugelassenen Füllanlagen erfolgen. Dabei werden gleichzeitig die vorgeschriebenen Prüffristen eingehalten und notwendige Wartungs- oder Reparaturarbeiten fachgerecht durchgeführt.

Eine Ausnahme bilden spezielle Flüssiggas-Handwerkerflaschen mit sehr geringer Füllmenge (z. B. 1 Liter). Diese dürfen nur mit entsprechendem Sachkundenachweis befüllt werden.

Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an den Fachhandel.

Wie lagere ich Propangas richtig und wie viel darf ich lagern?

Propangasflaschen können grundsätzlich unbegrenzt gelagert werden. Es wird jedoch zwischen Lagerung und Bevorratung unterschieden.

Für Privatanwender gilt:

  • In Innenräumen: eine Betriebsflasche plus eine Reserveflasche im Nebenraum
  • Lagerung im Keller ist nicht erlaubt
  • Lagerplätze müssen trocken, gut belüftet und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein

Geeignete Lagerorte sind z. B. Garagen, Gartenhäuser, Balkone oder Terrassen. Der Zugang für Unbefugte muss verhindert werden.

Leistung und Aggregatzustände von Propan

Wieviel kWh enthält 1 kg Propangas?

Ein Kilogramm Propangas enthält etwa 12,9 kWh Energie.
Ein Liter Flüssiggas entspricht rund 6,6 kWh.

Kann man Propangas riechen?

Reines Propan ist farb- und geruchlos. Damit austretendes Gas frühzeitig erkannt wird, wird ihm ein intensiv riechender Stoff beigemischt.

Kann Propangas einfrieren?

Propangas kann nicht „einfrieren“ wie Wasser, sondern lediglich seinen Aggregatzustand ändern. Der Siedepunkt von Propan liegt bei etwa −42 °C. Erst unterhalb dieser Temperatur wird es flüssig bzw. fest.
Butan hingegen verflüssigt sich bereits bei 0 °C und ist daher für den Winterbetrieb ungeeignet.

Hinweis von Gasprofi:
Propan und Butan unterscheiden sich auch im erforderlichen Versorgungsdruck. Informieren Sie sich daher vor dem Kauf gasbetriebener Geräte immer beim Fachhandel.

Weitere Informationen zum Thema Propangas

 

 

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