Skip to main contentSkip to footer
Ratgeber

Heizen ohne Schornstein: Gasheizautomaten von ORANIER und ITALKERO im Vergleich

Ratgeber (5)

Ratgeber 4

Ein Wintergarten, der ab Oktober leer steht. Eine Werkstatt, in der man im Januar nur mit Handschuhen arbeitet. Ein Anbau, den die Zentralheizung nie erreicht hat. Für genau solche Räume gibt es Gasheizautomaten und Gasraumheizer mit Außenwandanschluss: fest montierte Heizgeräte, die ihre Abgase durch einen einzigen Wanddurchbruch nach außen führen – ohne Schornstein, ohne Heizungsanlage, ohne Rohrleitungen durch das halbe Gebäude. In diesem Ratgeber zeigen wir, wie diese Geräte arbeiten, worin sich ORANIER und ITALKERO unterscheiden, wann Erdgas und wann Propangas die richtige Wahl ist – und welches Zubehör Sie zwingend mitbestellen müssen. Denn: Gas ist Vertrauenssache.

Inhaltsverzeichnis

Was ein Außenwandofen ist – und warum er ohne Schornstein auskommt

Ein Gasheizautomat mit Außenwandanschluss ist ein fest installiertes Heizgerät, das an einer Außenwand montiert wird. Er holt seine Verbrennungsluft von draußen und schickt seine Abgase auf demselben Weg wieder hinaus. Beides läuft durch ein einziges konzentrisches Rohr: Das Abgas strömt durch das innere Rohr nach außen, die Frischluft kommt durch den äußeren Ring herein. Deshalb genügt ein Wanddurchbruch.

Der entscheidende Punkt ist nicht der Brennstoff, sondern die Bauart. Weil Brennraum und Aufstellraum voneinander getrennt sind, arbeitet das Gerät raumluftunabhängig – es verbraucht keine Luft aus dem Raum, in dem es hängt. Genau deshalb ist kein gemauerter Schornstein erforderlich, der über das Dach hinausragt. Nach der TRGI können Gasheizautomaten mit Außenwandanschluss zeitlich unbegrenzt genutzt werden; eine Befristung wie bei manchen anderen Bauarten gibt es hier nicht.

Der Unterschied zu einem mobilen Gasheizer

Mobile Katalyt- und Infrarotöfen verbrennen das Gas im Raum und geben alles, was dabei entsteht, auch im Raum wieder ab – Wärme, aber ebenso Wasserdampf und Abgase. Deshalb gelten dort strenge Lüftungsvorgaben, deshalb sind Schlaf-, Bade- und Kellerräume tabu, und deshalb sind solche Geräte ausdrücklich für den vorübergehenden Einsatz gedacht. Wie das im Detail funktioniert, lesen Sie in unserem Beitrag Mobile Gasheizungen im Vergleich.

Ein Außenwandofen ist das Gegenteil davon: die dauerhafte Lösung. Er führt Abgas und Feuchtigkeit nach draußen ab, die Raumluft bleibt unberührt, und er ist auf jahrelangen Dauerbetrieb ausgelegt. Der Preis dafür ist der Wanddurchbruch – einmalig, dafür danach ohne Einschränkungen.

Die eine Voraussetzung: Sie brauchen eine Außenwand in Gerätenähe. Innenwände, Kellerräume ohne Außenwand oder Räume, in denen kein Durchbruch gesetzt werden darf, scheiden aus. Alles andere – Schornstein, Gasanschluss, Heizungsanlage, teilweise sogar Strom – ist nicht zwingend nötig. Eine Übersicht aller Geräte finden Sie in unserer Kategorie Gas-Außenwandöfen ohne Schornstein.

Erdgas oder Propangas? Beides geht – aber die Entscheidung fällt beim Kauf

Das ist der am häufigsten missverstandene Punkt: Außenwandöfen sind keine reinen Flüssiggasgeräte. Sowohl die ORANIER- als auch die ITALKERO-Baureihen laufen mit Erdgas oder mit Propangas. Was Sie nicht können, ist im Betrieb umschalten. Jedes Gerät wird auf eine Gasart eingestellt, weil Düsen und Einstellwerte sich unterscheiden.

Wie die Hersteller das handhaben

  • ORANIER Werra, Ruhr, Weser und Korsika: Sie wählen die Gasart – Erdgas oder Propangas – zusammen mit der Farbe direkt in der Variantenauswahl. Das Gerät wird entsprechend geliefert.
  • ORANIER Gamat: Bei Wahl der Propangas-Ausführung liegt der Düsensatz für Flüssiggas bei und wird vom Fachbetrieb eingesetzt.
  • ORANIER Palma: Alle Varianten kommen serienmäßig mit installierten Erdgasdüsen. Für Propan- bzw. Flaschengas gibt es einen passenden Düsensatz – sprechen Sie uns vor der Bestellung kurz an, dann legen wir ihn dazu.
  • ITALKERO Stratos, Poster SP, ECO SC und ECO SV: Ausgeliefert wird auf Flüssiggas eingestellt, der Umstellsatz auf Erdgas gehört zum Lieferumfang. Die Umstellung nimmt der Fachbetrieb bei der Installation vor.

Wann Erdgas, wann Propangas?

Liegt ein Erdgasanschluss im Gebäude, ist er meist die bequemste Wahl: kein Flaschenwechsel, kein Nachbestellen, kein Platzbedarf. Fehlt er, ist das kein Ausschlusskriterium – Propangas aus Flaschen oder aus einem Tank macht Sie vom Netz unabhängig. Genau deshalb sind diese Geräte in Gartenhäusern, Ferienhäusern, Containern und Werkstätten so verbreitet.

Propan verdampft bereits bei −42 °C und funktioniert damit auch im Winter zuverlässig. Butan scheidet für den Heizbetrieb im Außenbereich aus, weil es bereits um den Gefrierpunkt herum nicht mehr richtig verdampft. Ausführlicher steht das in unserem Beitrag Propangas – Fragen und Antworten.

Die Flaschengröße richtet sich nach der Heizleistung – nicht nach dem Preis

Hier wird häufig falsch geplant. Eine Gasflasche kann nur so viel Gas abgeben, wie in ihr verdampfen kann, und diese Entnahmemenge ist begrenzt. Als Richtwerte für die dauerhafte Entnahme gelten rund 0,2 kg/h bei einer 5-kg-Flasche, 0,3 kg/h bei 11 kg und 0,6 kg/h bei 33 kg (DGUV Regel 110-010, Tabelle 4).

Halten Sie das gegen den tatsächlichen Verbrauch: Der ORANIER Werra 39-26 mit 2,0 kW verbraucht bei Volllast maximal rund 185 g Propan pro Stunde – das schafft eine 11-kg-Flasche im Dauerbetrieb. Der ORANIER Ruhr 39-30 mit 3,0 kW liegt bei etwa 270 g/h und damit schon nahe an der Grenze. Ein 7-kW-Gerät im Dauerlauf sprengt eine 11-kg-Flasche eindeutig.

Praxisregel: Wenn die Flasche im Winter vereist und die Leistung einbricht, ist sie nicht leer – sie ist zu klein. Die richtige Antwort lautet dann mehr Flasche, nicht mehr Regler: eine größere Flasche, eine Mehrflaschenanlage oder ein Tank. Bei Geräten ab etwa 4 kW im Dauerbetrieb planen Sie besser gleich mit 33 kg oder mit zwei Flaschen.

Was Sie für den Flaschenbetrieb zusätzlich brauchen

Die Geräte werden ohne Gasanschlusszubehör geliefert. Für ortsfeste Flüssiggasanlagen in Deutschland ist 50 mbar der Standarddruck – die 30 mbar, die Sie von Campingausrüstung kennen, sind der europäische Standard für Freizeitfahrzeuge und hier nicht die richtige Wahl. Maßgeblich ist immer der Anschlussdruck im Datenblatt Ihres Geräts. Für den Anschluss an eine Propangasflasche benötigen Sie typischerweise:

Die Geräte haben geräteseitig einen 3/8″-Anschluss. Welche Kombination in Ihrem Fall die richtige ist, hängt vom Aufstellort und von der Leitungsführung ab – rufen Sie uns an, wenn Sie unsicher sind. Grundlagen zur Reglerauswahl stehen in unserem Druckminderer-FAQ.

ORANIER und ITALKERO im Vergleich

Beide Hersteller bauen wandmontierte Heizgeräte mit Außenwandanschluss, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte. Vorweg, weil es oft anders dargestellt wird: Es handelt sich bei keiner der hier besprochenen Baureihen um dekorative Gaskamine mit Sichtfenster und Flammenbild. Das sind Heizgeräte. Sie sollen einen Raum warm machen, nicht Atmosphäre erzeugen.

ORANIER – robuste Heiztechnik, die ohne Strom auskommt

ORANIER ist ein deutscher Hersteller von Heiz- und Kochgeräten. Die Außenwandbaureihen Werra, Ruhr, Weser, Gamat und Korsika arbeiten vollständig ohne Strom: Gezündet wird über einen Piezotaster, die Leistung regelt eine modulierende, thermostatische Gasarmatur selbsttätig nach. Das hat drei praktische Folgen – das Gerät heizt bei Stromausfall weiter, es lässt sich dort einsetzen, wo gar kein Netzanschluss liegt, und es hat keine Stand-by-Verluste.

Typisch für die Baureihen sind der vollemaillierte Heizkörper und die fußfreie, hängende Wandmontage: Der Boden darunter bleibt frei und lässt sich ohne Hindernis reinigen. Eine Besonderheit ist der Korsika: Seine Abgaseinrichtung schließt außen wandbündig ab und steht nicht vor – deshalb ist er ausdrücklich für Container und Bauwagen vorgesehen. Auch der Austausch von Altgeräten gelingt damit meist unkompliziert.

ITALKERO – Gasraumheizer mit Elektronik und Regelkomfort

ITALKERO ist ein italienischer Hersteller von Gasraumheizern. Die Baureihen Stratos und Poster SP zünden elektronisch mit Ionisations-Flammenüberwachung und modulieren zwischen 40 und 100 Prozent – sie halten also die eingestellte Temperatur, statt zwischen voller Leistung und Aus zu pendeln.

Die beiden unterscheiden sich in der Wärmeabgabe. Der Stratos gibt die warme Luft unten ab: Die Wärme verteilt sich vom Boden nach oben, statt sich unter der Decke zu sammeln – in Räumen mit normaler Höhe spürbar angenehmer. Der Poster SP gibt sie oben über ein regelbares Gebläse ab und verteilt sie damit aktiv im Raum; in den Größen SP70 und SP90 erreicht er die Effizienzklasse A. Praktisch für selten genutzte Räume: Der Poster SP lässt sich so einstellen, dass er spätestens bei 5 °C automatisch anspringt – ein eingebauter Frostschutz für Ferien- und Wochenendhäuser.

Für Aufstellorte ohne Steckdose gibt es die ECO-Reihe. Der ECO SC kommt wie die ORANIER-Geräte vollständig ohne Elektrik aus: Piezozündung, Konvektion, kein Gebläse. Der ECO SV ist derselbe Ofen mit zusätzlichem Querstromlüfter – der Raum wird schneller gleichmäßig warm, und wenn der Strom ausfällt, heizt das Gerät trotzdem weiter, nur eben ohne aktive Umwälzung.

Die eine Frage, die die Auswahl entscheidet: Gibt es am Aufstellort eine Steckdose? Nein – dann kommen die ORANIER-Baureihen oder der ITALKERO ECO SC infrage. Ja – dann stehen Ihnen zusätzlich Stratos, Poster SP und ECO SV mit Gebläse, elektronischer Zündung und Fernbedienbarkeit offen. Alles Weitere ist eine Frage der Raumgröße.

Welches Gerät für welche Raumgröße?

Die Leistung muss zum Raum passen. Zu klein heißt: Das Gerät läuft dauerhaft am Anschlag und wird trotzdem nicht warm. Zu groß ist weniger schlimm, weil alle hier genannten Geräte modulieren und nach unten regeln. Wer zwischen zwei Größen liegt, fährt mit der größeren besser. Die folgenden Richtwerte gelten bei rund 2,5 m Raumhöhe; der jeweils untere Wert steht für ungedämmte Räume wie Altbau oder Anbau, der obere für gut gedämmte. Eine Heizlastberechnung ersetzen sie nicht.

Kleine Räume bis etwa 25 m² – Bad, Büro, Hobbyraum, Gartenhaus

Mittlere Räume, etwa 25 bis 45 m² – Wintergarten, Wohnzimmer, Ferienhaus

Große Räume ab etwa 45 m² – Werkstatt, Halle, Gewerbefläche

  • ORANIER Korsika, 5,0 kW und Korsika, 7,0 kW – bodenfreie Wandmontage, von allen Seiten zugänglich, außen wandbündig.
  • ORANIER Weser 38-70, 7,0 kW – für Werkstatt, Halle und große Wohnräume, modulierend geregelt, vollemaillierter Heizkörper. Nach hinten sind 70 mm Wandabstand einzuhalten.
  • ORANIER Palma, 3,3 bis 9,3 kW – der Klassiker der Baureihe in vier Leistungsgrößen, als Plan mit glatter und als Relief mit geprägter Front. Je nach Baugröße drei bzw. fünf Möglichkeiten für den Abgasanschluss – hilfreich, wenn die Wandsituation nicht ideal ist. Die Sparabgasklappe HOKJ80 lässt sich nachrüsten; sie schließt den Abgasweg in Betriebspausen.
  • ITALKERO Stratos 7.0 und 9.0 (6,25 / 7,74 kW) sowie Poster SP 70 und SP 90 (6,28 / 7,87 kW) – etwa 45–80 m². Die beiden Poster-Größen erreichen Effizienzklasse A.

Das Zubehör, das Sie zwingend mitbestellen müssen

Dies ist der Punkt, an dem die meisten Bestellungen unvollständig sind: Das Frischluft-Abgasrohr – das Mauerrohr – gehört nicht zum Lieferumfang des Ofens. Ohne dieses Rohr lässt sich das Gerät nicht anschließen. Und es ist nicht beliebig austauschbar, sondern je Baureihe ein eigenes System.

Bei einer Massivwand

  • Werra, Ruhr und beide Weser: das ORANIER Frischluft-Abgasrohr für Außenwandöfen, ausgeführt mit Windschutz. Sie wählen die Variante nach Wandstärke und Ofentyp – messen Sie die Wand vor der Bestellung nach.
  • Gamat 35/373 und 50/473: das Teleskop-Rohrsystem TA 165-045 für Wandstärken von 280 bis 450 mm. Das Mauerrohr der Werra-/Weser-Reihe passt hier nicht.
  • Korsika: das Teleskop-Rohrsystem für Korsika in fünf Ausführungen.
  • Palma: Das passende Abgaszubehör hängt von der gewählten Anschlussart und Ihrer Wandstärke ab – sprechen Sie uns vor der Bestellung an, dann stellen wir es zusammen.
  • ITALKERO: Bei Stratos, Poster SP und der ECO-Reihe liegt ein Rohr-Kit bei (45 bzw. 50 cm). Bei dickeren Wänden oder abweichender Einbausituation fragen Sie bitte nach.

Bei Holzwand, Container oder Bauwagen

Führt der Durchbruch durch eine Wand aus Holz oder anderen brennbaren Baustoffen, ist zusätzlich eine Durchführung mit Isolierteil vorgeschrieben. Für ORANIER ist das die Teleskop-Holzwanddurchführung für Wandstärken von 56 bis 210 mm – bei dünneren Wänden kürzbar, bei dickeren verlängerbar. Für Container und Bauwagen gibt es die Container-Durchführung für Holzwand.

Für die ITALKERO-Geräte gibt es die Holzwanddurchführung inklusive Abgasrohr in vier Durchmessern – 8,7 cm für den Stratos, 12,7 cm für den Poster SP, 13 cm für die kleinste ECO-Baugröße und 18 cm für die Größen 30 und 45. Gasabsperrventil, Rohrabdeckung und Installationsmaterial liegen bei.

Beim Einbau sind die regionalen Brandschutzvorgaben und die TRGI in der jeweils gültigen Fassung zu beachten. Prüfen Sie Modell und Baugröße, bevor Sie eine Variante wählen – ein zu kleiner oder zu großer Durchmesser passt nicht zum Abgassystem des Geräts. Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie uns vor der Bestellung an. Wir stellen Ofen, Rohrsystem und Durchführung gemeinsam zusammen.

Komfort: Regelung aus der Ferne

Für den Poster SP gibt es den Funk-Raumtemperaturregler mit Tages- und Wochenschaltuhr. Der eigentliche Gewinn ist nicht die Zeitschaltung, sondern der Messort: Der Regler misst dort, wo Sie sitzen – nicht dort, wo zufällig der Heizer hängt. Über den Regler lassen sich auch mehrere Stratos gemeinsam bedienen.

Soll der Ofen schon laufen, bevor Sie ankommen, gibt es das KIT zum externen Schalten über WLAN. Es passt zu Stratos, Poster und ECO SE – also zu den Baureihen mit Feuerungsautomat. Für ECO SC und ECO SV ist es nicht geeignet, weil diese piezoelektrisch zünden. Eine handelsübliche WLAN-Steckdose gehört nicht zum Lieferumfang.

Wenn ein Schornstein vorhanden ist: die schornsteingebundene Alternative

Haben Sie einen nutzbaren Kaminzug, brauchen Sie keinen Wanddurchbruch zu setzen. Dafür gibt es schornsteingebundene Gasheizautomaten – technisch nah verwandt, aber ausdrücklich keine Außenwandgeräte:

  • ORANIER Saale Sand – Standgerät in vier Größen von 3,69 bis 8,6 kW, dreiseitiger Kaminanschluss und höhenverstellbare Füße für unebene Altbaudielen.
  • ORANIER Bozen, 2,3 kW – kompakt und wandhängend, Abgasanschluss oben, stufenlos thermostatisch geregelt.
  • ORANIER Bari, 3,4 kW – wandhängend, Abgasanschluss hinten und seitlich, mit Abgasüberwachung.
  • ORANIER Lippe, 3,14 kW – Abgasanschluss auf der Rückseite, als Standgerät mit beiliegenden Stützfüßen.

Ob Ihr Schornstein für den Anschluss geeignet ist, beurteilt der zuständige Bezirksschornsteinfeger. Haben Sie keinen Kaminzug, sind die Außenwandmodelle die passende Alternative – sie führen die Abgase durch die Wand.

Typische Einsatzbereiche

Wintergarten

Der klassische Fall: viel Glas, wenig Speichermasse, ab Oktober ungenutzt. Die kurze horizontale Abgasführung ist hier meist einfach zu realisieren, weil ohnehin überall Außenwand ist. Ein Gerät mit Gebläse wie der Poster SP oder der ECO SV bringt den Raum schnell auf Temperatur – praktisch, wenn der Wintergarten spontan genutzt wird.

Werkstatt, Halle und Gewerberaum

Hier zählen Leistung und Robustheit. Der Weser 38-70 mit 7,0 kW und die größeren Palma-Baugrößen sind dafür ausgelegt. Der raumluftunabhängige Betrieb ist ein echter Vorteil, weil keine Raumluft für die Verbrennung verbraucht wird. Achtung: Für gewerblich genutzte Räume gelten zusätzliche arbeitsschutzrechtliche Vorgaben, insbesondere die DGUV Regel 110-010 mit eigenen Anforderungen an Flaschenaufstellung, Lagerung und Prüfungen. Sprechen Sie das vorab mit Ihrem Fachbetrieb durch.

Gartenhaus, Ferienhaus und Wochenendhaus

Selten genutzte Gebäude ohne Erdgasanschluss sind die Paradedisziplin dieser Geräte. Wo kein Strom liegt, ist der ECO SC oder ein ORANIER-Gerät die Antwort. Steht eine Steckdose zur Verfügung, ist die Frostschutzfunktion des Poster SP – automatischer Start spätestens bei 5 °C – ein starkes Argument, weil das Gebäude auch ohne Anwesenheit geschützt bleibt.

Container und Bauwagen

Für diesen Einsatz ist der Korsika ausdrücklich vorgesehen: Die Abgaseinrichtung schließt außen wandbündig ab und steht nicht vor – im Baustellenalltag ein relevanter Unterschied. Weil die Wände dort fast immer brennbar sind, gehört die passende Durchführung mit Isolierteil zwingend dazu.

Büro, Praxis, Anbau

Räume, die die Zentralheizung nicht erreicht, lassen sich mit einem einzelnen Gerät nachrüsten, ohne das bestehende Heizsystem anzufassen. Die geringe Bautiefe der Werra- und Ruhr-Baureihen – 15 bzw. 21 cm – hilft, wenn die Wandfläche knapp ist.

Nicht für Freizeitfahrzeuge: Wohnmobile, Wohnwagen und Boote unterliegen eigenen Regelwerken (unter anderem DIN EN 1949 sowie den Gasprüfungen nach DVGW G 607 bzw. G 608). Ein für ortsfeste Räume zugelassenes Heizgerät darf dort nicht ungeprüft eingebaut werden. Was in Freizeitfahrzeugen gilt, lesen Sie in unserem Beitrag DVGW G 607 für Wohnwagen und Wohnmobile.

Sicherheit, Vorschriften und Installation

Der Betrieb eines Gasheizgeräts im Innenraum ist sicher, wenn Installation und Wartung stimmen. Folgende Punkte sind verbindlich:

  • Installation durch den Fachbetrieb. Anschluss und Inbetriebnahme eines Gasheizautomaten gehören in die Hand eines zugelassenen Fachbetriebs – das gilt für den Wanddurchbruch ebenso wie für die Gasleitung und die Einstellung auf die richtige Gasart.
  • Bezirksschornsteinfeger einbeziehen. Die Abnahme durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger ist bei gasbetriebenen Raumheizern einzuplanen. Je nach Bundesland gelten unterschiedliche Vorgaben in der jeweiligen Feuerungsverordnung – klären Sie die konkrete Situation vorab.
  • Brandschutz bei brennbaren Wandaufbauten. Holz, Container und Bauwagen verlangen eine Durchführung mit Isolierteil; die regionalen Brandschutzvorgaben und die TRGI in der gültigen Fassung sind zu beachten.
  • Abgasführung freihalten. Die Mündung an der Außenwand muss frei bleiben – nicht zuwachsen lassen, nicht zustellen, nicht verkleiden.
  • Regler und Schläuche im Flaschenbetrieb. Verwenden Sie ausschließlich werkskonfektionierte Schlauchleitungen; selbst eingebundene Schläuche mit Tülle und Schelle sind nicht zulässig. Druckregeleinrichtungen und Schlauchleitungen sind nach spätestens zehn Jahren auszutauschen, auch wenn sie äußerlich intakt wirken. Prüfen Sie zwischendurch auf Risse und poröse Stellen. Mehr dazu in unserem Ratgeber für Gasschläuche.
  • Dichtheit kontrollieren. Nach jedem Flaschenwechsel und nach Arbeiten an der Anlage mit Lecksuchspray prüfen – niemals mit offener Flamme.

Fachliche Grundlagen liefern die Technische Regel Flüssiggas (DVFG-TRF) sowie die TRGI. Im gewerblichen Bereich kommt die DGUV Regel 110-010 hinzu; dort werden Prüffristen nicht pauschal vorgegeben, sondern in der Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV festgelegt.

Häufige Fragen

Brauche ich für einen Außenwandofen einen Schornstein?

Nein. Das Gerät führt Abgas und Frischluft über einen einzigen Wanddurchbruch. Erforderlich ist eine Außenwand, kein Schornsteinanschluss. Nach TRGI dürfen Gasheizautomaten mit Außenwandanschluss zeitlich unbegrenzt genutzt werden.

Muss ich ans Erdgasnetz angeschlossen sein?

Nein. Alle hier vorgestellten Geräte lassen sich mit Propangas aus Flaschen oder aus einem Tank betreiben. Die Gasart wird beim Kauf festgelegt und vom Fachbetrieb eingestellt – umschalten lässt sie sich im Betrieb nicht.

Funktioniert das Gerät bei Stromausfall?

Bei den ORANIER-Baureihen und beim ITALKERO ECO SC ja – sie arbeiten vollständig ohne Elektrik. Der ECO SV heizt ebenfalls weiter, nur der Lüfter steht still. Stratos und Poster SP zünden elektronisch und benötigen Strom.

Welche Gasflasche brauche ich?

Das hängt von der Leistung ab, nicht vom Geschmack. Richtwerte für die dauerhafte Entnahme: rund 0,2 kg/h bei 5 kg, 0,3 kg/h bei 11 kg und 0,6 kg/h bei 33 kg. Ein Gerät mit 2 kW verbraucht bei Volllast etwa 185 g Propan pro Stunde, eines mit 3 kW rund 270 g/h. Bei Dauerbetrieb ab etwa 4 kW planen Sie mit 33 kg oder einer Mehrflaschenanlage.

30 oder 50 mbar – welcher Regler gehört an mein Heizgerät?

Für ortsfeste Flüssiggasanlagen in Deutschland sind 50 mbar der Standard. Die 30 mbar, die Sie von Campingzubehör kennen, sind der europäische Standard für Freizeitfahrzeuge. Maßgeblich ist der Anschlussdruck im Datenblatt Ihres Geräts – diesen Wert bitte nicht schätzen und nicht runden.

Was muss ich außer dem Ofen bestellen?

Auf jeden Fall das Frischluft-Abgasrohr beziehungsweise das zur Baureihe passende Rohrsystem – es gehört nicht zum Lieferumfang. Bei Holzwänden, Containern und Bauwagen kommt eine Durchführung mit Isolierteil dazu. Im Flaschenbetrieb zusätzlich Regler, Schlauch- bzw. Rohrleitung und Lecksuchspray.

Kann ich ein altes Gerät ersetzen?

Häufig ja. Besonders beim Korsika ist der Austausch von Altgeräten schnell und ohne Komplikationen durchführbar – vor allem dort, wo bereits ein Außenwandofen hing. Ob der vorhandene Wanddurchbruch weiterverwendet werden kann, beurteilt der Fachbetrieb vor Ort.

Fazit

Ein Gasheizautomat mit Außenwandanschluss ist die richtige Lösung, wenn ein Raum dauerhaft warm sein soll und weder Schornstein noch Heizungsanlage vorhanden sind. Er arbeitet raumluftunabhängig, führt Abgas und Feuchtigkeit nach draußen und ist – anders als ein mobiler Gasheizer – für den Dauerbetrieb gebaut. Erdgas und Propangas sind dabei gleichermaßen möglich; die Entscheidung fällt beim Kauf.

Die Auswahl ordnet sich entlang von drei Fragen: Liegt Strom am Aufstellort? Wenn nein, kommen die ORANIER-Baureihen oder der ITALKERO ECO SC infrage. Wie groß und wie gut gedämmt ist der Raum? Danach richtet sich die Leistung – im Zweifel die größere Baugröße, weil alle Geräte nach unten modulieren. Wie ist die Wand aufgebaut? Danach richten sich Rohrsystem und Durchführung.

Unser Rat: Bestellen Sie Ofen, Rohrsystem und – bei brennbaren Wänden – die Durchführung gemeinsam. Das ist der Punkt, an dem die meiste Zeit verloren geht, wenn das Gerät bereits geliefert ist und das Mauerrohr fehlt. Alle Modelle finden Sie in unserer Kategorie Gas-Außenwandöfen ohne Schornstein. Wenn Sie unsicher sind, welche Kombination zu Ihrer Wand und Ihrem Raum passt: Rufen Sie uns an – wir klären das vor der Bestellung, nicht danach.

Weitere Informationen