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Ratgeber Schlauchbruchsicherungen – GASPROFI FAQ zur SBS

Das Thema Sicherheit im Umgang mit Gas und Gasgeräten steht bei der Arbeit von GASPROFI seit jeher im Mittelpunkt. Viele Risiken lassen sich bereits durch den Einsatz kleiner und vergleichsweise günstiger Bauteile deutlich reduzieren. Eine solche Sicherheitseinrichtung ist die sogenannte Schlauchbruchsicherung (SBS).
Dieser SBS-Ratgeber beantwortet die häufigsten Fragen rund um Schlauchbruchsicherungen für Gasgeräte und Flüssiggasanlagen. Der Einsatz dieser Bauteile hätte viele Gasunfälle verhindern oder zumindest abmildern können. Wie bei all unseren FAQs finden Sie auch hier zahlreiche Praxistipps und Hinweise aus dem GASPROFI-Alltag.
Was ist eine Schlauchbruchsicherung?
Schlauchbruchsicherungen werden in Flüssiggasanlagen eingesetzt und schützen vor einem unkontrollierten Gasaustritt, wenn eine Schlauchleitung beschädigt wird oder sich löst. Sie zählen damit zu den passiven Sicherheitseinrichtungen im Bereich des Leckageschutzes.
In der Praxis wird die SBS zwischen Gasflasche und Schlauchleitung oder zwischen Druckminderer und Schlauch montiert. Überschreitet der Gasdurchfluss einen definierten Grenzwert (in der Regel etwa 10 % über dem Nenndurchfluss), sperrt die Schlauchbruchsicherung den Gasstrom automatisch ab.
Wie funktionieren Schlauchbruchsicherungen bei Flüssiggasanlagen?
Das Funktionsprinzip einer Schlauchbruchsicherung ist mit einem Aquastop-Ventil bei Waschmaschinen vergleichbar: Kommt es zu einem plötzlichen, starken Durchfluss – etwa durch einen Schlauchabriss – wird die Zufuhr sofort unterbrochen.
Bei der SBS sorgt ein mechanischer Schließmechanismus (z. B. Schließkegel oder Ventileinsatz) dafür, dass der Gasstrom gestoppt wird, sobald der Durchfluss den zulässigen Wert überschreitet. Dadurch wird verhindert, dass Flüssiggas unkontrolliert austritt und sich ansammelt.
Damit die Gasanlage nach dem Auslösen der SBS wieder in Betrieb genommen werden kann, muss zunächst ein Gegendruck aufgebaut werden. Dieser entsteht in der Regel, indem die Gasflasche geöffnet und die Schlauchbruchsicherung – je nach Ausführung – manuell entriegelt wird (z. B. durch Drücken eines Sicherungsknopfes).
Der notwendige Kraftaufwand stellt dabei eine zusätzliche Sicherheitsstufe dar, insbesondere wenn sich Kinder in der Nähe von Gasgeräten wie Grills oder Heizstrahlern aufhalten.
Welche Schlauchbruchsicherungen gibt es am Markt?

SBS sind als Einzelkomponenten oder fest im Druckregler integrierte Varianten am Markt erhältlich. Während es für Gasanlagen im Mitteldruckbereich nur eine manuelle Version gibt, unterscheidet man für den Niederdruckbereich zwischen den beiden folgenden Ausführungen:
- Automatische Schlauchbruchsicherung (SBS/AU): Diese öffnet selbsttätig, sobald sich wieder ein stabiler Gegendruck aufgebaut hat. Um dies zu ermöglichen, lässt sie eine sehr geringe Gasmenge (Leckgasmenge) durch. Dadurch kann sich die Anlage nach einer Auslösung automatisch wieder druckseitig stabilisieren.
- Manuelle Schlauchbruchsicherung (SBS/M): Bei dieser Variante muss die Sicherung nach dem Auslösen aktiv entriegelt werden, meist durch Drücken eines Knopfes. Eine automatische Leckgasmenge oder verzögerte Öffnung ist hier nicht vorgesehen.
Anmerkung in eigener Sache: „SBS“ ist die gängige Abkürzung für Schlauchbruchsicherung. Zusätze wie „manuell“ oder „automatisch“ sind nicht einheitlich normiert und werden von Herstellern teils unterschiedlich verwendet.
Worin unterscheiden sich manuelle und automatische Schlauchbruchsicherung?
Der zentrale Unterschied liegt in der Wiederinbetriebnahme nach einer Auslösung:
-
Manuelle SBS:
Muss aktiv entriegelt werden. Dadurch ist klar erkennbar, dass eine Störung vorlag – ein Sicherheitsvorteil. -
Automatische SBS:
Baut selbstständig wieder Druck auf, kann jedoch unter ungünstigen Umständen (z. B. bei sehr großen Leckagen) schwerer zu resetten sein.
In seltenen Fällen kann es notwendig sein, die Anlage kurz drucklos zu machen (z. B. durch Lösen des Druckminderers), um den Druckausgleich herzustellen. Dies klingt dramatischer, als es ist, sollte aber stets mit Umsicht und gemäß Anleitung erfolgen (siehe dazu auch das große GASPROFI Druckminderer FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Gasdruckminderern).
Arbeitet eine Komponente Ihrer Flüssiggasanlage aufgrund eines Lecks oder Defektes nicht mehr ordnungsgemäß, müssen Sie diese umgehend austauschen. Verzichten Sie hier – auch im Sinne Ihrer eigenen Sicherheit – auf Experimente und provisorische Reparaturen. Sollten Sie unsicher sein, ziehen immer einen Experten hinzu und/oder beauftragen einen Fachmann mit dem Austausch der defekten Teile.
Ab welcher Schlauchlänge benötigt man eine Schlaubruchsicherung?

Je nach Anwendungsbereich und Einsatzgebiet ist in Deutschland der Einsatz einer Schlauchbruchsicherung ab einer bestimmte Schlauchlänge vorgeschrieben. Diesbezüglichen lassen sich drei große Bereiche für diese Vorschrift unterscheiden:
- Privatbereich: Hierunter fallen laut den Vorschriften der DVGW alle Flüssiggasgeräte aus den Bereichen Grillen, Outdoor, Camping usw. Insofern gilt sowohl für den Gasgrill oder das mobile Heizgerät, dass ab einer Leitungslänge von über 1,5 Metern eine SBS installiert sein muss (siehe dazu auch das unten verlinkte DVGW-Arbeitsblatt G 612 (A))
- Gewerbe und Gastronomie: Flüssiggas ist im gewerblichen Bereich ein weit verbreiteter Energieträger, der vor allem beim Heizen und dem Betrieb von Gastrobrätern zum Einsatz kommt. Hier gelten allerdings deutlich strengere Richtlinien, die den Einsatz einer Schlauchbruchsicherung bereits ab einer Gasleitungslänge über 400 Millimeter vorschreiben (siehe dazu auch die unten verlinkte DGUV V 79).
- Caravan und Wohnmobile: Für diesen Bereich werden wesentlich zwei Anwendungsbereiche unterschieden: a) Verwendung einer Flüssiggasanlage im Standbetrieb (z.B. auf einem Campingplatz). In diesem Fall greifen die Bestimmungen für den Privatbereich und die SBS ist erst ab einer Schlauchlänge von 1,5 Metern verpflichtend. Deutlich strenger sind die Vorschriften für b) den mobilen Betrieb, also dem. dem Heizen während der Fahrt. In Deutschland sind dafür lediglich Schläuche mit den Längen 450 und 750 Millimetern zugelassen, die bereits eine Schlaubruchsicherung vorinstalliert haben. Die längere Variante setzt allerdings eine Auszugsvorrichtung für die verwendeten Gasflaschen voraus (siehe dazu auch unseren Blogbeitrag zur Gasprüfung G 607 von Flüssiggasanlagen in Fahrzeugen).
Wann spricht die SBS überhaupt an?
Dies hängt tatsächlich von der genutzten Gasanlage bzw. jeweiligen Ansprechpunkt der Schlauchbruchsicherung ab. Dazu ein leicht zu merkendes Rechenbeispiel.
Beispiel:
Eine gängige SBS für Kleinflaschenanlagen arbeitet mit 1,5 kg/h bei 50 mbar.
Überschreitet der tatsächliche Gasdurchfluss diesen Wert um ca. 10 %, sperrt die Schlauchbruchsicherung automatisch die Gaszufuhr.
Sicherheit geht vor: Was ist zu tun, wenn die SBS angesprochen hat?
Das Auslösen der SBS ist immer ein Indikator dafür, dass etwas an der Gaszufuhr der Installation nicht richtig funktioniert. Bevor Sie also einzelne Komponenten der Anlage unter die Lupe nehmen, gilt es die Ursache für den gestoppten Gasdurchfluss zu finden.
Egal ob Gasgrill, Heizpilz oder Heizstrahler –
In den meisten Fällen liegt:
-
eine Undichtigkeit
-
ein beschädigter Schlauch
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oder eine gelöste Verbindung
vor. Diese gilt es sorgfältig zu prüfen – z. B. mit Lecksuchspray.
Für den Betrieb des jeweiligen Gasgeräts bedeutet dies: Immer erst den Fehler beseitigen und zum Beispiel den Gasschlauch bzw. die Gasschlauchleitung einer gründlichen Dichtigkeitsprüfung unterziehen (siehe dazu auch unseren Ratgeber zum Thema Gasschläuche).
Nach der Prüfung bzw. Austausch der defekten Teile können Sie die Einzelkomponenten der Anlage wieder montieren. ACHTUNG: Nehmen Sie die Bauteile immer gemäß deren Montage- und Bedienungsanleitung in Betrieb. Im Zweifelsfall immer einen Experten hinzuziehen.
Eine ausgelöste SBS muss nicht automatisch ersetzt werden. Besteht sie eine erneute Dichtheitsprüfung, kann sie weiterverwendet werden. Bei Zweifeln sollte jedoch ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
Wann muss ich eine Schlauchbruchsicherung austauschen?

Sowohl Gasdruckminderer als auch Gasschläuche unterliegen in Deutschland einer Austauschfrist, die durch die Vorschriften der DGUV und Arbeitsblätter der DVGW geregelt sind. Demgegenüber nennt aber keines dieser Regelwerke eine explizite Austauschfrist für Schlauchbruchsicherungen bzw. bleibt in diesbezüglichen Formulierungen recht vage.
Allerdings sollte man – auch im Interesse der eigenen Sicherheit – im Hinterkopf behalten, dass alle Komponenten einer Gasanlage einem gewissen Alterungs- bzw. Verschleißprozess unterliegen und dementsprechend in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden müssen.
Wir empfehlen unseren Kunden daher die SBS wie die anderen Verschleißteile zu behandeln und gemäß den geltenden Fristen zu ersetzen. Diese sind wie folgt für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche definiert:
- Privatbereich: Das DVGW-Arbeitsblatt G 607 (A) schreibt vor, Druckregelgeräte, automatische Umschalteinrichtungen und Schlauchleitungen spätestens zehn Jahre nach Herstellungsdatum auszuwechseln. Dementsprechend sollte man auch die Schlauchbruchsicherung ersetzen.
- Gewerbe und Gastronomie: Die Vorschrift 79 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV V 79; ehemals Gasprüfung BGV D 34) nennt hier den Zeitraum von acht Jahren nach Herstellung, um die entsprechenden Bauteile einer Flüssiggasanlage zu wechseln. Dies sollte dann auch die SBS umfassen.
Eine Ausnahme bilden in diesem Zusammenhang die Gasdruckminderer mit integrierter SBS. Hier gelten die Austauschfristen des Druckreglers, mit dessen Austausch dann auch die Schlaubruchsicherung ersetzt wird.
Schlauchbruchsicherung in der Praxis: Wann lohnt sich die Installation einer SBS?
Kurz gesagt: Immer.
Neben den zuvor skizzierten Aspekten lässt sich hier aber auch noch ein weiterer Anwendungsfall beschreiben, der vor allem für Besitzer eines Gasgrills interessant sein dürfte.
Viele Griller unterbrechen die Gaszufuhr ihres Gasgrills nach der Nutzung nicht an den Reglern des Geräts, sondern direkt an der Gasflasche. Auf diese Weise verbrennt die vorhandene Restmenge an Gas und der Grill geht schließlich aus. Das ist soweit unproblematisch.
Ohne eine SBS würde allerdings bei einem erneuten Öffnen des Flaschenventils das Gas direkt aus den geöffneten Brennerrohren des Grills strömen und das Gerät – je nach Einstellung der Regler – von 0 auf 100 hochfahren. Dies kann im schlimmsten Fall zu einer gefährlichen Stichflamme führen.
Mit einer Schlauchbruchsicherung lässt sich dieses Szenario vermeiden. Denn aufgrund des fehlenden Gegendrucks bleibt die Gaszufuhr unterbunden.
Um den Grill wieder in Betrieb zu nehmen, muss zunächst die Gasflasche und auch die Entnahmestellen der Brenner geschlossen werden. Anschließend öffnet man die Flasche, drückt den Einschaltknopf der SBS und erst dann die Brennstellen am Gerät.
Dies ist ein zusätzlicher Schutz, um durch das Öffnen des Gasflaschenventils einen unkontrollierten Gasaustritt zu verhindern.
Sparen Sie nicht aus Kostengründen an der Qualität einzelner Bauteile. Gerade bei Gasgrills und Heizgeräten aus dem Niedrigpreissegment lässt sich mit einer kleinen Investition in eine Sicherheits- bzw. Schutzeinrichtung wie der Schlauchbruchsicherung die Gefahr eines unkontrollierten Gasaustritts auf ein Minimum reduzieren. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne als Experten mit Rat und Tat zur Seite.
Fazit Schlauchbruchsicherungen: Kleine Investition für hohe Sicherheit
Halten wir also fest, die Schlauchbruchsicherung ist eine zentrale Sicherheitseinrichtung für gasbetriebene Geräte. Sie verhindert zuverlässig, dass Flüssiggas bei Schlauchdefekten unkontrolliert austritt.
Alle Schlauchbruchsicherungen im GASPROFI-Sortiment erfüllen die einschlägigen sicherheitstechnischen Anforderungen für private und gewerbliche Anwendungen. Die Investition in dieses kleine Bauteil zahlt sich langfristig aus – für Ihre Sicherheit und die Ihrer Umgebung.
Schützen Sie sich vor unkontrolliertem Gasaustritt und möglichen Folgeschäden.
Weitere Informationen zum Thema Schlaubruchsicherung in Flüssiggasanlagen
