Kälte spielt in vielen Bereichen des Alltags eine wichtige Rolle – sei es beim Transport von Lebensmitteln, bei der Kühlung im Haushalt oder im gewerblichen Bereich. Faszinierend ist: Kälte lässt sich nicht nur mit Strom erzeugen, sondern auch mit Gas.
In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, wie gasbetriebene Kühltechnik funktioniert, wo sie eingesetzt wird und welche Vorteile sie bietet – verständlich, praxisnah und für Endkunden erklärt.
Funktionsweise einer Absorberkühlbox
Im Kern basiert das Kühlen mit Gas auf dem gleichen physikalischen Prinzip wie in einem elektrischen Kühlschrank:
Es wird ein Kältemittel zirkuliert, das durch Verdampfen Wärme aufnimmt, und durch Kompression bzw. Druckänderung wieder verflüssigt wird.
Dieser Kälteprozess macht sich die hohe Energie im Gas zunutze und setzt sie zur Kühlung um.
Der Unterschied zu klassischen Strom-Kompressoren liegt darin, dass bei gasbetriebenen Anlagen die Energiequelle Gas ist – also z. B. Propan, Butan oder Erdgas –, nicht Strom. Dazu werden spezielle gasbetriebene Kompressoren oder Absorptionssysteme verwendet.
Gasbetriebene Kühltechniken: die zwei Hauptarten
1. Absorptionskälteanlagen (Thermoelektrische Systeme)
Diese Systeme kommen vor allem dort zum Einsatz, wo kein Stromnetz vorhanden ist – etwa beim Camping oder in abgelegenen Berghütten. Hier wird ein Gemisch aus Ammoniak, Wasser und Wasserstoff (oder anderem Trägergas) genutzt, das mittels Gasbrenner verdampft und wieder kondensiert, um so einen Kühlkreislauf zu erzeugen.
Besonderheiten:
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Kein elektrisch angetriebener Kompressor notwendig
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Ideal für mobile oder netzunabhängige Anwendungen
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Wird häufig in Gas-Campingkühlschränken eingesetzt
2. Gasbetriebene Kompressoren
In größeren stationären Anlagen, etwa in gewerblichen Kühlhäusern oder in der Industrie, werden heute teilweise verbrennungsmotorisch angetriebene Kompressoren genutzt. Diese laufen mit Diesel oder Erdgas und können unabhängig vom Stromnetz große Kühlleistungen erbringen.
Beispiele: Wo „kühlt man mit Gas“?
Camping und Caravan
In vielen Wohnmobilen oder Caravans sind sogenannte Gas-Kühlschränke eingebaut. Sie arbeiten meist mit Absorptionskälte und benötigen ausschließlich Flüssiggas (LPG) als Energiequelle – ideal, wenn gerade kein Stromanschluss verfügbar ist. Vorteil: Sie sind geräuscharm, mobil und unabhängig von Landstrom.
Transportkühlung
Bei Lkw oder Transportern, die verderbliche Waren transportieren, werden häufig gasbetriebene Kühlaggregate eingesetzt. Diese arbeiten meist mit Verbrennungsmotoren und erzeugen so die notwendige Kühlleistung auch unterwegs.
Stationäre Kühlung ohne Netzanschluss
In abgelegenen Regionen ohne Stromnetz oder bei netzunabhängigen Versorgungskonzepten (z. B. in Ferienhäusern ohne Stromanschluss oder in Berghütten) kann eine gasbetriebene Kühltechnik eine sinnvolle Alternative sein.
Vor- und Nachteile von Gaskühlboxen
Im Gegensatz zu anderen Kühlarten wie beispielsweise der Kompressorkühlung (Grundlage des handelsüblichen Kühlschranks) verfügen Absorberkühlboxen über drei Vorteile. Einerseits sind sie unabhängig von einer klassischen Stromversorgung. So sind Sie flexibel und genießen auch im Campingwagen, auf einem Boot oder in der freien Natur kühle Getränke und Lebensmittel. Zudem erzeugen die Geräte keine Vibrationen und sie funktionieren geräuschlos – insbesondere im Wohnwagen bei beengten Platzverhältnissen ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Zuletzt gibt es keine Verschleißteile.
Der wohl größte Nachteil ist die schlechtere Kühlwirkung bei hohen Temperaturen. Je nach Umgebung sind wirklich eiskalte Getränke also eher nicht möglich. Ebenso ist im Elektrobetrieb die Wirkung etwas eingeschränkt. Zusätzlich dazu benötigen Absorberkühlboxen eine waagrechte Stellfläche. Das ist im Wohnwagen zwar leicht zu handhaben, kann allerdings beim Angeln oder generell in der freien Natur problematisch werden.
Worauf sollte ich beim Kauf einer Absorberkühlbox achten?
Folgende Kriterien sind bei der Auswahl des passenden Modells wichtig:
- Geprüfte Geräte: Kaufen Sie nur Kühlboxen mit dem CE-Zeichen. Diese erfüllen die Verordnung 90/396 EWG (Details dazu siehe weiter unten).
- Größe: Wie viele Getränke oder Lebensmittel wollen Sie kühlen? Je nach Menge ist eventuell ein Mini-Kühlschrank sogar eher geeignet.
- Verarbeitung bzw. Tragekomfort: Ein Gewicht von 15kg ist bei einer Gaskühlbox normal. Dementsprechend sollten die Tragegriffe nicht nur stabil sein, sondern auch angenehm in der Hand liegen.
- Standort/ggf. geplantes Reiseziel: Achten Sie bei der Wahl das Geräts auch darauf, wo Sie es einsetzen werden bzw. welche Temperatur dort voraussichtlich herrschen wird. Die Geräte können ihren Inhalt meist auf ca. 30°C unter Umgebungstemperatur herunterkühlen.
- Besonderheiten: Eiswürfelbereiter, Ablagefächer in der Innentür oder wechselbare Türanschläge unterscheiden sich je Produkt, sorgen in der Praxis allerdings für mehr Komfort und/oder einen einfacheren Betrieb.
- Notwendiges Anschlussmaterial: Gasschlauch und Gasregler sind für den Betrieb mit Gas nötig, im Lieferumfang jedoch meistens nicht inkludiert.
Exkursion: EU-Richtlinie 90/396/EWG
Diese oben angesprochene “Richtlinie über Gasverbrauchseinrichtungen”, erstmals von der EU verfasst, ist seit 1993 auch in der deutschen Gesetzgebung integriert. Sie betrifft Geräte zum Kochen, Heizen, zur Warmwasserbereitung und zu Kühl-, Beleuchtungs- oder Waschzwecken.
Ziel dieser Richtlinie ist die Gewährleistung der Sicherheit von Mensch und Tier bei vorschriftsmäßiger Verwendung der Geräte. Dafür sind Punkte zur Herstellung, Umgang und Verbrennung des Gases in den Produkten festgehalten. Erfüllen sie die Anforderungen, erhalten die Geräte das CE-Zeichen.
Gasanlagen im Wohnmobil – Sicherheitsvorschriften und Bestimmungen
Für den mobilen wie unabhängigen Reisewunsch sind Flüssiggasanlagen die optimale Lösung. Die in Flaschen oder im Tank befindliche Energie macht einen Aufenthalt auch außerhalb eines Campingplatzes möglich, und mit Umschaltautomatiken für Gasflaschen in Wohnwagen oder Booten ist der Umgang mit zwei Flaschen ebenfalls sehr komfortabel.
Wie beim Grillen und Heizen ist auch beim Thema Kühlen mit Gas Vorsicht im Umgang geboten. Gasflaschen sind dünnwandige mit Druck beanspruchbare Stahlbehälter, bei denen durch unsachgemäßen Umgang eine erhöhte Brand-, Explosions- und Unfallgefahr besteht. Hält man sich an die Vorschriften und befolgt man folgende Hinweise, ist es jedoch eine sichere Angelegenheit:
- Gasflaschen in keinem Fall werfen, stoßen oder liegend rollen.
- Lagerung und Transport nur mit bereitgestellter Ventilschutzkappe.
- Sicherung vor dem Umfallen gewährleisten.
- Gasflaschen vor gefährlicher Erwärmung schützen.
- Das Flaschenventil ist nicht zum Ziehen der Flasche gedacht und sollte auch hierfür nicht genutzt werden.
Generell unterliegen Gasanlagen in Wohnwagen, Caravan und Reisemobilen verschiedenen Vorschriften und Bestimmungen. Hinweise zur Installation gibt die DIN EN 1949, während die Prüfung im Rahmen der Gasprüfung G607 stattfindet. Beides sollte ein Fachmann durchführen. Beachten Sie dementsprechend auch die notwendigen Prüffristen. Der Transport von Gasflaschen fällt wiederum unter die Gefahrgutverordnung.
Wie sind Gasflaschen in Campingfahrzeugen zu transportieren?
Die Gasflaschen müssen Sie während der Reise und dem Gebrauch im sogenannten Flaschenaufstellraum ordnungsgemäß sichern. Dieser sollte eine Entlüftung nach unten
vorweisen, da Gas schwerer ist als Luft. Für Gasschläuche, die generell nur im Gaskasten verwendet werden dürfen, gilt eine 10-jährige Austauschpflicht (nach Arbeitsblatt G607, Abschnitt 4.7). Unser Ratgeber zu Gasschläuchen beantwortet häufige Fragen zu diesem Thema.
Für die restlichen Gaswege im Wohnmobil sind feste Rohre vom Speichermedium zum Gasverbraucher vorgesehen. Sie bieten gegenüber Schläuchen erhöhte Sicherheit und eine längere Lebensdauer. Vor jedem Gasverbraucher sollte außerdem eine separate Absperreinrichtung angebracht sein.
Darf ich Gasgeräte im Wohnmobil während der Fahrt nutzen?
Generell gilt: Verwenden Sie Gasverbraucher niemals beim Tanken oder in Parkhäusern und Garagen. Wollen Sie sie allerdings während der Fahrt mit dem Wohnmobil oder Caravan benutzen, müssen sie einen unkontrollierten Austritt von Flüssiggas unterbinden. Das ist in der DIN EN 1949:2013-05 so festgehalten und geschieht mithilfe von Schlauchbruchsicherungen und Crash-Sensoren.
Die sogenannte SBS befindet sich zwischen Gasschlauch und Druckminderer. Wenn der Nenndurchfluss um 10% überschritten wird, unterbricht das Bauteil den Gasdurchlauf. In unserem Ratgeber zu Schlauchbruchsicherungen haben wir die wichtigsten Informationen dazu gesammelt.
Die zweite notwendige Vorrichtung ist ein Crash-Sensor. Bei einem Unfall schließt dieser Gasdruckregler die Gaszufuhr. Wichtig hierbei: Achten Sie darauf, dass das Gerät dem Druck der Anlage entspricht. Zudem muss er sich innerhalb des Gaskastens befinden. Entsprechende Geräte erkennen Sie oft anhand der Modellbezeichnung, der ein “CS” beigefügt ist.
Fazi
„Kühlen mit Gas“ ist ein vielseitiges und bewährtes Prinzip – besonders dort, wo Strom nicht zur Verfügung steht, etwa beim Camping, im Transportbereich oder in abgelegenen Gebäuden. Ob mit Absorptionskälte oder gasbetriebenem Kompressor: Moderne Systeme sind robust, flexibel und können auch ohne Netzanschluss zuverlässig kühlen.
Wichtig ist, die Sicherheitsregeln zu kennen und regelmäßig Wartung durchzuführen – nur so ist ein effizienter und sicherer Betrieb gewährleistet.
Wenn Sie Fragen zu gasbetriebenen Kühlgeräten haben oder eine Beratung zur passenden Lösung wünschen, sind wir bei GASPROFI gern für Sie da.
Im Rahmen unserer Ratgeber zu Gasgeräten und Gastechnik finden Sie außerdem weitere Beiträge für den sicheren Umgang mit gasführenden Teilen.
Weitere Informationen zur Gaskühlung und Gasanlagen in Wohnmobilen
- Der TÜV Nord gibt Hinweise für Wohnmobile und Wohnwagen
- Für den Transport von Gasflaschen: die GGVSEB von Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
- Merkblatt zur EU-Richtlinie 90/396/EWG vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie (PDF-Datei)